Und hier eine Kostprobe aus meinem neuen Buch "Vorsicht ansteckend! LeseLustBazillus.
Im ersten Kapitel befinden wir uns im Wartezimmer von Dr. Erich Eule und wie das in Wartezimmern so üblich ist wird da gewartet. Die einen mit stoischer Ruhe, die anderen gelangweilt oder genervt. Bär Knollidor hat sich die Zeit mit Geschichten erzählen verkürzt und aufmerksame Zuhörer gefunden, zumindest unter den Tierkindern.
... Die erwachsenen Patienten hatten nur teils amüsiert über so viel Phantasie oder gar verärgert, weil sie lieber in der Regenbogenpresse schmökern wollten hergesehen.
Auch Knollidors Mama hatte ihm schon Blicke zugeworfen und flüsterte jetzt: „Nun gib doch Ruhe. Du kommst sicher auch bald dran. Mal doch einfach was!“
Aber Knollidor hatte keine Lust zum Malen. Und inzwischen war schon wieder eine Unendlichkeit, sprich fünfzigtausend Bärensekunden, vergangen und er kam immer noch nicht dran.
„Warten ist doof“, stellte er noch einmal mit Nachdruck fest. Gut dass er ein bisschen abgelenkt wurde, als Würfelchen mit einem Riesenverband um die Nase und Hanni mit einem langen Rezept wieder aus den Zimmern kamen.
„Kannst uns doch mal besuchen, dann erzählen wir dir unsere Geschichte“, schlugen sie vor.
„Au, ja, krakeelte Konrad dazwischen. „Meine Geschichte ist auch obercool. Zu mir könnt ihr gleich morgen kommen. Ich muss nach den vielen Impfungen morgen zu Hause bleiben und darf nicht zum Sport. Ich bin nämlich erst vor kurzem aus Australien hier her gezogen“, machte er die anderen drei neugierig.
„Ich will übrigens Schriftsteller werden. Knollidors Geschichte schreib ich jetzt gleich in mein Notizbuch“, versprach Konrad.
„Knollidor Bärensohn, Verbandszimmer, bitte!“ wurde da endlich Knollidor aufgerufen.
„Alles klar, morgen bei Konrad, abgemacht“, legte der junge Bär noch fest und wandte sich grinsend mit den Worte um: „Toll, dass wir uns getroffen haben. Warten ist zwar immer noch doof, aber Geschichten erzählen macht Warten gaaanz kurz. Und Schriftsteller find ich fast so cool wie Feuerwehrmann!“
Konrad strahlte.
2. Konrad Känguru
Konrads Mama erwartete Knollidor, Hanni und Würfelchen schon mit frischem Blütennektarsirup und australischen Bohnenplätzchen als sie nachmittags nach der Schule zu Besuch kamen. Konrad saß mit einem Eisbeutel in seiner Zimmerecke und schilderte ihnen erst einmal wie irrsinnig gepiekst die Impfspritzen hätten und zeigte ihnen dann leicht wehleidig, vor allem aber stolz seinen etwas geschwollenen Arm.
„Ich habe meine Geschichte natürlich längst aufgeschrieben, weil ich doch Schriftsteller werden will. „Abenteuer im Land der Beutellosen“ habe ich mir als Titel ausgedacht Wie findet ihr das?“ erkundigte er sich.
„Lass doch erst mal hören“, forderte ihn Knollidor auf, „dann können wir dir am besten sagen, ob der Titel passt.“
Konrad kramte ein paar dicht bekritzelte Blätter aus seinem Bauchbeutel. „Ich schreib so als ob ich nicht ich bin. Das klingt cooler“, erklärte er wichtigtuerisch. Dann begann er vorzulesen:
„In der hintersten Ecke des Pausenhofes kauerte ganz alleine das junge Känguru Konrad. Der Junge war völlig durcheinander. Alles war hier anders als zu Hause in Australien. Alle Tiere sahen völlig anders aus. Die Landschaft war ganz anders. Konrad hatte sich ja wirklich alle Mühe gegeben mit seiner Vorstellung am ersten Schultag in der neuen Klasse, in der neuen Stadt, im neuen Land. Er hatte sogar versucht den anderen klar zu machen, dass Australien keine Insel sondern ein riesiger Kontinent war. Er wusste, dass er damit recht hatte, schließlich hatte sogar der Lehrer, Herbert Hirsch, zustimmend genickt. Aber in der ersten Reihe hatten einige Mädchen schon angefangen zu tuscheln und zu kichern. Sie hatten sich über seinen fremdartigen Schwanz, seine langen kräftigen Beine und kurzen, dünnen Arme lustig gemacht. Und dann hatte plötzlich der freche Ferdinand Fuchs aus der letzten Reihe einfach reingerufen: „Zeig uns mal deinen Beutel, du Beuteltier“, und als Konrad stolz darauf eingegangen war, hatte der unverschämte Frager gekichert „Leerer Beutel, große Sprünge, damit kannst du hier nichts kaufen.“
Konrad hatte erst gar nicht verstanden was er meinte und nur ganz irritiert „Hä“, gemacht. Da hatte der unheimliche Walter Wolf, der neben dem Fuchs saß seinen Geldbeutel gezückt und einige Münzen auf den Tisch fallen lassen. Lehrer Hirsch hatte die beiden getadelt und für Ruhe gesorgt.
Na, wie findet ihr das. Läuft da allles richtig? Wollt ihr erfahren, wie es mit Konrad und der neuen Klasse doch noch zu einem guten Ende kommt? Oder welche Geschichten Konrad noch für sein Buch sammeln kann? Wie wäre es da mit einem Lesetheater? Erst spiele ich euch die Geschichte vor, dann seid ihr dran. Spaß werden wir auf jeden fall zusammen haben. Ich freu mich auf euch ...