Vorsicht ansteckend! LeseLustBazillus INHALTSANGABE

Unterstützt werde ich bei meinen Lesetheatern durch lustige Plüschtiere, die sich von den Kindern gerne streicheln oder in den Arm nehmen lassen.

1. Knollidor – Warten ist doof
Im Wartezimmer von Dr. Eule langweilen sich die jungen Patienten bis Bär Knollidor auf die Idee kommt sich und den anderen die Zeit mit Geschichten erzählen zu vertreiben.

2. Konrad Känguru – Der Neue
Konrad Känguru ist neu in der Klasse und hat Probleme sich als frisch Zugezogener einen Platz und vor allem Freunde zu erobern. Er möchte zudem ein Buch schreiben. Abenteuer im land deer Beutellosen oder so...

3. Amanda Ameise – Klein aber oho
Wenn es darum geht anderen zu helfen ist die kleine Ameise Amanda ganz groß. Sie weiß, dass nicht nur Alter und Körpermaße entscheidend sind. deswegen tritt sie selbstbewusst auf .

4. Hanni Hase – Die Lebensretterin
Manchmal muss man die eigene Angst besiegen. Das erfährt Hanni Hase, als ihr kleiner Bruder ins Wasser fällt und nur sie ihn rechtzeitig wieder herausziehen kann.

5. Wurli Wurm – Vom Verreisen
Nur wer die Fremde kennt, weiß die Vorzüge der Heimat richtig zu schätzen. Das erfährt Wurli Wurm, der etwas besonderes sein möchte und daher den vertrauten Misthaufen gegen den Großstadtmief eintauscht.

6. Volker Vogel – Trau dich!
Bitte nicht drängeln könnte diese Geschichte über den schüchternen Volker Vogel betitelt sein. Erst mit Hilfe vom Hausmeister Rabe lernt er seine Interessen zu vertreten und sich durchzusetzen.

7. Maude Maulwurf - Vorurteile
Der listige Fuchs würde gar zu gerne im gemütlichen Häuschen der alten Maude wohnen. deswegen versucht er die anderen Tiere davon zu überzeugen, dass Maude zu alt und zu seltsam ist, um alleine dort zu hausen. Maude beweist ihm und den anderen Waldbewohnern aber, dass sie noch gut für sich und sogar für andere Sorgen kann.

8. Dr. Erich Eule entdeckt LeseLustBazillus
Das beste Buch taugt nichts ohne einen tollen Titel. Zu diesem verhilft der kluge belesene Dr. Eule der kleinen Autorenschar um Konrad Känguru.

Das LESETHEATER


"Das Lesetheater" aus Ines Brückles Kreativwerkstatt vereint in sich die erzählerische Komponente der klassischen Märchenstunde und das interaktive Erlebnis des Mitmachtheaters. Zunächst wird durch aktives, mimik- und gestenreiches Erzählen und Vorlesen eine Geschichte vorgestellt. In diese sind wichtige Inhalte des sozialen Miteinanders kindgerecht verpackt einbezogen. Den Kindern fällt es leicht sich mit den kleinen Helden zu identifizieren oder auch einmal das eigene (Fehl-)Verhalten in manchem Schlingel wiederzuerkennen. Geschickt entwickeln sich in der Geschichte Lösungswege. Die jungen Zuhörer werden bereits während des Vorlesens durch Fragen eingebunden. So entsteht persönliche Betroffenheit. Im anschließenden Stegreiftheater spielen die Kinder oder Jugendlichen Szenen der Erzählung frei nach, werden ermutigt selbst Dialoge zu formulieren.
Lesetheater für Grundschüler gibt es zu folgenden Themen:
Knollidor Segelohr – Mobbing, Toleranz, Eigenverantwortung, Selbstbewusstsein, Zivi
lcourage
Konrad Känguru - Integration und Freundschaft, Gemeinschaftsgefühl
Mausliputz – Klassengemeinschaft, Zusammenleben, Zivilcourage
Mascha Maus – Helfen, Gegensatz krank-gesund, groß-klein, Ich-Findung
Wurli Wurm – Selbstbewusstsein, Vertrauen, Freundschaft
Lesetheater für 10-14jährige aus „Rent a Oma“ : Hier geht es in verschiedenen Geschichten rund um eine Gruppe Teenager und eine Mietoma um die Themen: Klassengemeinschaft, Hilfsbereitschaft, Toleranz, Mut, Konfliktbewältigung, Mobbing, Zivilcourage, Eigenverantwortung sowie allgemeine Regeln des Sozialverhaltens

Ines Brückle ist gelernte Redakteurin, seit 1981 verheiratet, fünf Kinder, lebt in Rehau. Telefon 09283 5988738Gerne steht die Autorin für Aktionen in Buchhandlungen, Büchereien, Schulen zur Verfügung (Empfehlungen: Auftritte auf der Leipziger Buchmesse , weitere siehe Presse ): Ob Lesetheater , Workshop oder Gedichtwerkstatt, sie ist bekannt für ihre lebendige Vortragsweise und positive Ausstrahlung. Lassen Sie sich ein individuelles Angebot machen. ines@ines-beatrix-brueckle.de

RatSchlag: MaßRad

Von Ines Beatrix Brückle, erschienen im Nordbayerischen Kurier Bayreuth, Juni 08
Ich hab`s getan. Ich habe mich getraut. Ich habe mir einen Ruck gegeben und Geld in die Hand genommen. Ich habe mir einen zweirädrigen Freund gekauft.
Meine Freundinnen werden mich für verrückt erklären, zumindest glauben, ich müsse geerbt haben. Maßgeschneidert kauft Mann, und Frau erst recht, teuere Schuhe, chice Klamotten, aber doch nicht Das !
So was machen doch nur testosterongesteuerte, technikvernarrte Männer, die ihre Potenz, Verzeihung: Trittfrequnz, steigern wollen. Pures Imponiergehabe, Wichtigtuerei, bestenfalls Balzgesten!
„Oh, nein! Was du für das Geld alles hättest bekommen können. Was man damit anfangen könnte: Urlaub in der Südsee, die tolle Kette beim Juwelier ums Eck, etliche Wellnessstunden bei der Kosmetikerin, Thermalbadaufenthalte, Saunabesuche, Fitnessstudiomonate!“
„Schluss damit“, werde sage ich, „ich steh zu meinem Hobby und ich habe die Nase voll von Druckstellen, Rückenschmerzen, Nackensteifheit und Kribbeln in den Handballen. Ich liebe Rad fahren, aber nach einem Hollandrad, drei Rennrädern, einem Fully, einem Tandem, drei MTB`s und zwei Trekkingrädern von der Stange in den letzten 30 Jahren wollte ich endlich einmal ein Fahrrad, das mir angepasst ist. Keines mehr, dem ich mich anpassen muss.“
Das werden sie einsehen, die Freundinnen. Haben sie sich doch immer amüsiert, wenn sie mich wieder einmal dabei erwischten wie ich einen anderen Vorbau montiert, den Sattel verschoben, auf jede erdenkliche Art an der Sitzposition gefeilt habe. Abstriche in der Kilometerleistung, weniger und kürzere Touren, das kommt für mich nicht in Frage. Das Fahrrad ist mein Entspannung- und Fitnessgerät. Auf ihm kann ich wunderbar meine Gedanken sammeln, ausspannen, dem Alltag entfliehen. Last not least ist es das gemeinsame Hobby mit meinem Mann.
Also musste etwas passieren, damit Fahrsehnsucht und Fahrspaß endlich ins Gleichgewicht kommen. In jungen Jahren hab ich zu große Rahmen, falsche Übersetzungen, harte Lenkergriffe, schmale Sättel einfach weggesteckt. Jetzt geh ich auf die 50 zu und Fehler in der Sitzposition rächen sich schneller. Das soll nicht heißen, dass ein Custommade Fahrrad erst im angehenden Seniorenstand nötig ist. Ich bedauere heute jeden Kilometer, den ich nicht maßgeschneidert gefahren bin.
Umhören, im Internet recherchieren, wo gibt es einen Maßschneider für Fahrräder in unserer Nähe?
In meinem Fall finde ich ihn im etwa 30km entfernten Neuenmarkt an der Schiefen Ebene. Das Örtchen kenne ich schon lange von Ausflügen mit den Kindern zum Dampflokmuseum und Dampfsonderfahrten.
So liest sich das auf der Internetseite:
SCRANE Philosophie
"Das Herzstück eines Rades ist sein Rahmen."
Er muss die Wünsche des Fahrers vollkommen erfüllen, seien es Funktion, Gewicht oder Ästhetik. Aber es ist das Ziel aller Rahmen- bauer, noch eine vierte Dimension zu verwirklichen: Den Athleten mit seinem Rad verschmelzen zu lassen ist das Geheimnis.
- Denn was nutzt das beste Rad, wenn es nicht passt? Wir können auf Ihre ganz persönlichen Bedürfnisse und hohen Ansprüche eingehen.
Nun sagen Sie sicher: "Das kann ja keiner bezahlen!" - Falsch! Durch unsere eigene Fertigung, sozusagen direkt vom Hersteller, sind wir in der Lage, Ihnen auf Maß gefertigte Räder zu Großserienpreisen anzubieten. - Testen Sie uns, wir freuen uns auf Ihre Kontakt- Aufnahme!
Das kann ich alles nachvollziehen und unterschreiben. So habe ich die Probe aufs Exempel gemacht, bin Ende März nach Neuenmarkt gefahren, zur SCRANE Positionsanalyse sowie Ergonomie- und Biometrie- Beratung. MyPosition! Heißt die Devise und „Der Mensch ist unser Maß“.
Gespannt lasse ich mich auf die Beratung ein. Mir kommt sie fast wie ein Anamnesegespräch beim Facharzt vor. Welche Strecken will ich fahren, was habe ich am alten Rad zu bemängeln, wie möchte ich sitzen, welche Beschwerden habe ich. Dann wird die „Operation“ vorbereitet. Meine Maße werden genommen. Schulterbreite, Schrittlänge, Armlänge, Gesamtkörpergröße, Fußstellung, Beckenstand. Genau nach diesen Maßen wird der Rahmen gefertigt. Nicht nur für Profis und Amateure, sondern auch für mich radverliebte Hobbysportlerin.
Auch beim Thema Lenker, Sattel, Sattelstütze, Vorbau, Laufräder, Schaltung, Bremsen scheint alles möglich zu sein. Alles laut Beratungsgespräch auch austauschbar, wenn die ersten Probekilometer nicht das halten, was ich mir versprochen habe.
Zu Hause kommen mir Zweifel ob ich wirklich richtig gehandelt habe als ich mir mein Custommade bestellt habe. Kostet ja doch ein bisschen mehr und Schnäppchen wie bei meinen letzten Rädern gibt’s auch nicht. Die ersten Tage der sechswöchigen Wartezeit bis zur Fertigstellung überwiegen daher Selbstkritik und Misstrauen. Die letzte Woche halte ich es vor Spannung und Vorfreude dafür kaum noch aus, rufe mehrfach an und erkundige mich nach den Fortschritten, die mein „Blümchen“ macht. Das Fahrrad ist nämlich rot mit kleinen Blümchen am Schriftzug. Ich höre schon das Schmunzeln am anderen Ende der Leitung heraus. Finde es aber nett, dass die Techniker mit meiner Namensgebung etwas anfangen können.
Dann ist er endlich da, der Tag X. Ich hole es ab, das MaßRad. Wieder komme ich mir vor wie beim Arzt, allerdings eher auf der Babystation. So müssen sich Männer fühlen, die nicht direkt bei der Geburt dabei waren. Ich habe kein Bild, keine wirkliche Vorstellung, wie mein rotes Rad aussieht, erkenne es aber sofort, wie es da abholbereit auf mich wartet. Ich bin in Fahrradklamotten gekommen- und das ist gut so, denn nun wird das Fahrrad in die Rolle gespannt und ich aufgefordert Probe zu sitzen. Alles wird genau vermessen.
„Schauns mal, wie sie zurecht kommen. Veränderungen bei den Anbauteilen sind kein Problem“, wird mir noch mit auf den Heimweg gegeben und, wie beim Baby, „nach dreihundert Kilometern, spätestens in zwei Monaten sehen wir uns wieder zum ersten Service“. Klingt wie Vorsorgeuntersuchung und ich krieg auch ein entsprechendes Heftchen.
Die dreihundert Kilometer hatte ich am verlängerten Wochenende ruck-zuck runtergeschnurrt. Nein, das Teil fährt nicht von alleine, ich habe auch zwei Tage später den Vorbau verändern und die normale Sattelstütze durch eine Federsattelstütze austauschen lassen. Ansonsten fährt mein Blümchen, oder Eichhörnchen aber derart flott durchs Land, dass ich am liebsten gar nicht mehr absteigen würde. Bergab wie der Wind, in der Ebene leichtfüßig und bergauf dank toller Kraftübertragung auch mit Genuss. 10% Leistungssteigerung lautet meine eigene Einschätzung. Wohlgemerkt ich bin eine Spaß an der Freude Radlerin. Aber warum soll ich mir`s nicht auch leichtern machen und 22km/h im Schnitt statt 20 km/h mit gleichem Kraftaufwand fahren?
Ach übrigens. Meine Freundinnen haben vielleicht doch Recht: Jetzt bin ich tatsächlich verrückt. Verrückt nach mehr Touren. Das alles hatte ich mir ja gar nicht erhofft. Ich wollte nur endlich richtig gut sitzen. Jetzt allerdings verstehe ich was mit „im“ Rad sitzen gemeint ist und mit „Einheit zwischen Mensch und Rad“. Einen Kritikpunkt muss ich an der Stelle noch loswerden: Ich hatte ein nettes Blümchen bestellt und habe einen kleinen roten kilometerfressenden Diabolino mit schwarzen Hörnern bekommen. Werde das Rädchen wohl umtaufen müssen, aber das ist im Moment mein einziges Fahrradproblem.

RENT A OMA

... Auch Oma Agnes kribbelt es heute in den Beinen, wie sie Beate Haselhof schon morgens bei der Haushaltsübergabe gestanden hat.„Ich werde mich morgens sputen, die Zwillinge noch verköstigen und zum Tennis fahren. Wenn du oder Alexander die beiden heute ausnahmsweise mal abholen könntet, dann hätte ich ab 15 Uhr frei und könnte die herrliche Frühlingssonne bei einer kleinen Radtour genießen“, erkundigte sie sich.„Na, das müsste einzurichten sein. Ich glaube Alexander wollte heute sowieso eher Schluss machen, weil er abends noch ein Geschäftsessen hat und die Kinder wenigstens zwischendurch mal ein Stündchen sehen wollte. Die gehen dann sicher zu diesem großen gelben M. Martin wollte auch Rad fahren, ...Gegen 15.30 Uhr bewegt sich eine kichernde, blödelnde Fahrradschlange an den Fischweihern vorbei durch den Stadtwald. Nach knapp einer Stunde ist eine sonnige Lichtung, ein idealer Brotzeitplatz erreicht. Theo, Martin und Andreas verputzen ihre Vorräte schmatzend bis auf den letzten Krümel. „Besser im Magen getragen als im Rucksack geschleppt“, grinst Andreas.Die Pause wird ausgeweitet zur jilligen Sonnenbadestunde. So naht schon der Abend, als sich das Kleeblatt zur Heimfahrt rüstet. „17 Uhr und so dunkel, wir haben doch bald Mai, da stimmt was nicht“, diagnostiziert Natalie.Tatsächlich blockieren rabenschwarze unheilverkündende Wolkenschwaden den vor kurzem noch bayerisch blauen Himmel. In Windeseile wird zusammengepackt und eine Abkürzung zur nächsten Straße angesteuert. „Hoffentlich erreichen wir bald Asphalt. Auf dem Rumpelweg bleibt das Tempo im Keller“, seufzt Martin, als die ersten schweren Tropfen auf ihre Radhelme platschen. Dann brechen Hagelschauer nieder, die auch keine Zuflucht mehr unter den Bäumen erlauben.Eine windschiefe Waldhütte erscheint als letzte Rettung. Allerdings ist den Vieren nun endgültig klar, dass die Abkürzung keine war, sondern vielmehr in einen Irrweg mündete. ...Bange Minuten folgen. Da nähert sich ein kleiner Lichtkegel. „Ein Auto“, jubelt Martin schon. Andreas korrigiert: “Höchstens ein Motorrad“, - „oder ein Mofa“, wendet Natalie ein und Theodora diagnostiziert schließlich enttäuscht „Noch ein Fahrradfahrer, na vielleicht hat der wenigstens Flickzeug dabei.“Der, oder besser die Fahrradfahrerin hat selbstverständlich Flickzeug dabei – und heißen Tee und Müsliriegel. Es ist Oma Agnes. „Kinder, bin ich froh, dass ich nicht mehr alleine bin! Ich hab langsam Panik bekommen. Diese feuchte Kälte, die Dunkelheit, mein hinteres Batterielicht ist schon ausgefallen, wer weiß wie lange die Frontlampe noch durchgehalten hätte. Und vor fünf Minuten ist auch noch ein Baum direkt hinter mir umgestürzt. Wo sind wir hier überhaupt?“ sprudelt sie hervor.

Konrad Känguru Leseprobe aus dem "Leselustbazillus"

Und hier eine Kostprobe aus meinem neuen Buch "Vorsicht ansteckend! LeseLustBazillus.

Im ersten Kapitel befinden wir uns im Wartezimmer von Dr. Erich Eule und wie das in Wartezimmern so üblich ist wird da gewartet. Die einen mit stoischer Ruhe, die anderen gelangweilt oder genervt. Bär Knollidor hat sich die Zeit mit Geschichten erzählen verkürzt und aufmerksame Zuhörer gefunden, zumindest unter den Tierkindern.
... Die erwachsenen Patienten hatten nur teils amüsiert über so viel Phantasie oder gar verärgert, weil sie lieber in der Regenbogenpresse schmökern wollten hergesehen.
Auch Knollidors Mama hatte ihm schon Blicke zugeworfen und flüsterte jetzt: „Nun gib doch Ruhe. Du kommst sicher auch bald dran. Mal doch einfach was!“
Aber Knollidor hatte keine Lust zum Malen. Und inzwischen war schon wieder eine Unendlichkeit, sprich fünfzigtausend Bärensekunden, vergangen und er kam immer noch nicht dran.
„Warten ist doof“, stellte er noch einmal mit Nachdruck fest. Gut dass er ein bisschen abgelenkt wurde, als Würfelchen mit einem Riesenverband um die Nase und Hanni mit einem langen Rezept wieder aus den Zimmern kamen.
„Kannst uns doch mal besuchen, dann erzählen wir dir unsere Geschichte“, schlugen sie vor.
„Au, ja, krakeelte Konrad dazwischen. „Meine Geschichte ist auch obercool. Zu mir könnt ihr gleich morgen kommen. Ich muss nach den vielen Impfungen morgen zu Hause bleiben und darf nicht zum Sport. Ich bin nämlich erst vor kurzem aus Australien hier her gezogen“, machte er die anderen drei neugierig.
„Ich will übrigens Schriftsteller werden. Knollidors Geschichte schreib ich jetzt gleich in mein Notizbuch“, versprach Konrad.
„Knollidor Bärensohn, Verbandszimmer, bitte!“ wurde da endlich Knollidor aufgerufen.
„Alles klar, morgen bei Konrad, abgemacht“, legte der junge Bär noch fest und wandte sich grinsend mit den Worte um: „Toll, dass wir uns getroffen haben. Warten ist zwar immer noch doof, aber Geschichten erzählen macht Warten gaaanz kurz. Und Schriftsteller find ich fast so cool wie Feuerwehrmann!“
Konrad strahlte.

2. Konrad Känguru

Konrads Mama erwartete Knollidor, Hanni und Würfelchen schon mit frischem Blütennektarsirup und australischen Bohnenplätzchen als sie nachmittags nach der Schule zu Besuch kamen. Konrad saß mit einem Eisbeutel in seiner Zimmerecke und schilderte ihnen erst einmal wie irrsinnig gepiekst die Impfspritzen hätten und zeigte ihnen dann leicht wehleidig, vor allem aber stolz seinen etwas geschwollenen Arm.
„Ich habe meine Geschichte natürlich längst aufgeschrieben, weil ich doch Schriftsteller werden will. „Abenteuer im Land der Beutellosen“ habe ich mir als Titel ausgedacht Wie findet ihr das?“ erkundigte er sich.
„Lass doch erst mal hören“, forderte ihn Knollidor auf, „dann können wir dir am besten sagen, ob der Titel passt.“
Konrad kramte ein paar dicht bekritzelte Blätter aus seinem Bauchbeutel. „Ich schreib so als ob ich nicht ich bin. Das klingt cooler“, erklärte er wichtigtuerisch. Dann begann er vorzulesen:
„In der hintersten Ecke des Pausenhofes kauerte ganz alleine das junge Känguru Konrad. Der Junge war völlig durcheinander. Alles war hier anders als zu Hause in Australien. Alle Tiere sahen völlig anders aus. Die Landschaft war ganz anders. Konrad hatte sich ja wirklich alle Mühe gegeben mit seiner Vorstellung am ersten Schultag in der neuen Klasse, in der neuen Stadt, im neuen Land. Er hatte sogar versucht den anderen klar zu machen, dass Australien keine Insel sondern ein riesiger Kontinent war. Er wusste, dass er damit recht hatte, schließlich hatte sogar der Lehrer, Herbert Hirsch, zustimmend genickt. Aber in der ersten Reihe hatten einige Mädchen schon angefangen zu tuscheln und zu kichern. Sie hatten sich über seinen fremdartigen Schwanz, seine langen kräftigen Beine und kurzen, dünnen Arme lustig gemacht. Und dann hatte plötzlich der freche Ferdinand Fuchs aus der letzten Reihe einfach reingerufen: „Zeig uns mal deinen Beutel, du Beuteltier“, und als Konrad stolz darauf eingegangen war, hatte der unverschämte Frager gekichert „Leerer Beutel, große Sprünge, damit kannst du hier nichts kaufen.“
Konrad hatte erst gar nicht verstanden was er meinte und nur ganz irritiert „Hä“, gemacht. Da hatte der unheimliche Walter Wolf, der neben dem Fuchs saß seinen Geldbeutel gezückt und einige Münzen auf den Tisch fallen lassen. Lehrer Hirsch hatte die beiden getadelt und für Ruhe gesorgt.

Na, wie findet ihr das. Läuft da allles richtig? Wollt ihr erfahren, wie es mit Konrad und der neuen Klasse doch noch zu einem guten Ende kommt? Oder welche Geschichten Konrad noch für sein Buch sammeln kann? Wie wäre es da mit einem Lesetheater? Erst spiele ich euch die Geschichte vor, dann seid ihr dran. Spaß werden wir auf jeden fall zusammen haben. Ich freu mich auf euch ...